Rezepte

„Mittagessen aus dem Müll“

…, sagte der Verkäufer mit einem angewiderten Kopfschütteln, als er die fast schwarzen Bananen in meine Einkaufstüte packte. Ich kam von der Arbeit und wollte noch schnell ein paar Lebensmittel im Laden um die Ecke einkaufen. Vor der Tür hatte der Sohn des Inhabers den Berg an Müll möglichst platzsparend gestapelt, der am nächsten Morgen von der Müllabfuhr abgeholt werden sollte. Ich entdeckte beim Vorbeigehen eine Kiste mit “altem” Obst und Gemüse, blieb stehen und schaute mir die Kiste genauer an. Drinnen waren vor allem plattgedrückte Avocados und schimmelige Tomaten. Unter einer Schwabbelavocado, aus der das bereits flüssige Innere wie Eiter aus einem Pickel rausquellte,  entdeckte ich allerdings auch ein paar einzelne Bananen. Zugegeben, sie waren schon ziemlich schwarz, aber ich hatte plötzlich Lust auf Matschebanane, wie ich sie als kleines Kind gegessen hatte und legte sie in meinen Einkaufskorb.

Ich, als deutsche Durchschnittsbürgerin, werfe laut Statistik des BzfE (klick) jährlich rund 82 kg Lebensmittel im Wert von circa 235 € in den Müll. Das ist mehr als eine meiner Monatsmieten im Wohnheim in Berlin. Es ist kein Geheimnis, dass Deutschland zusammen mit Nordamerika ganz oben auf dem Treppchen der Lebensmittelverschwender steht. Sicherlich soll das hier kein Beitrag werden, wie furchtbar das ist und welch ethisches und ökologisches Vergehen wir doch begehen. Vielmehr möchte ich euch ein paar praktische Kochtipps geben, wie ihr auf kreative, geschmackvolle Weise und ohne viel Aufwand Lebensmittelreste verwenden könnt.

Vom Kühlschrank auf den Kompost

Die kleine Szene aus dem Einkaufsladen war zwar nur ausgedacht, deshalb jedoch nicht weniger real. Viel zu viele Lebensmittel werden von den Supermärkten weggeworfen, da sie nicht (mehr) den optischen Ansprüchen genügen, oder werden aber von uns Privatpersonen nach einigen Tagen zu lange auf der Obstschale entsorgt. Meiner Meinung nach fehlt es vielen häufig einfach an Kreativität. Sie haben keine Ahnung, was sie beispielsweise mit Tomaten anfangen sollen, die zu weich für einen knackigen Sommersalat geworden sind.

Ich möchte das Beispiel der alten Banane aufgreifen und euch meine Lieblingsresteverwertungen für diese vorstellen. Bananen. Zu schade zum Wegwerfen

Ein paar Fakten zur Banane: Deutsche essen circa 14 Kilo Bananen pro Jahr und sind somit das am zweithäufigsten verzehrte Obst (gleich nach Äpfeln). Sie sind leicht bekömmlich und dank des hohen Kaliumgehalts auch bei Sportlern beliebt. Sie bieten eine natürliche Süße, weshalb man ganz wunderbar mit Bananen in der Küche arbeiten kann. Bananen können außerdem für diejenigen interessant werden, die auf Eier verzichten. Eine kleine Banane bindet im Kuchenteig wie ein Ei und kann somit als Ersatz benutzt werden.

Es gibt also absolut kein Grund, eine etwas unschön herangereifte Banane in den Kompost wandern zu lassen.

Hier mein Lieblingsrezept für (zu) reife Bananen:

Cleane Haferflocken Pancakes (Frühstück)

Pancakes zum Frühstück – mein Highlight für das morgendliche Fastenbrechen. Schnell gemacht und unglaublich variabel.

Für schnelle Haferflockenbananenpancakes rühre ich folgende Zutaten ohne bestimmte Reihenfolge ineinander:

Zutaten Haferflockenpfannkuchen

1 Banane, mit Gabel zerdrückt

6 EL Haferflocken (ich mag zarte und kernige Haferflocken gemischt)

1 Ei

ein Schuss Flüssigkeit (deine Lieblingsmilchsorte, Wasser oder auch Saft)

½ TL Backpulver

Gewürze deiner Wahl: Zimt, Kardamom, Lebkuchen/Spekulatiusgewürz, Vanille, Kurkuma usw…

 

 

Das alles einmal gut durchmischen und ab damit bei niedriger Flamme in die Pfanne. Danach kannst du die Pfannkuchen mit Joghurt pimpen oder vielleicht noch etwas Honig/Syrup drübergeben, falls du es süßer magst.

Das Mischen dauert maximal drei Minuten und das Ausbacken circa fünf Minuten. Lass die Pfannkuchen bei niedriger Temperatur auf die gewünschte Bräunungsstufe backen.

Cleane Haferflockenpfannkuchen
Ein wenig Joghurt, Obst und Dattelsirup – JAMMI!

 

 

Andere Ideen für Bananenverwertung:

  • mit deiner Lieblingsmilchsorte in den Mixer geben und Bananenmilch daraus machen
  • zusammen mit Joghurt mixen und Bananeneis daraus machen
  • auf den Grill bis sie GANZ schwarz ist. Die Schale vorsichtig aufschlitzen, Honig drübergeben und auslöffeln. Jami!

Was ist deine Lieblingsverwertung für “gammelige” Bananen? Schreib es in die Kommentare!

Der Stoff, aus dem vegane Schäume gemacht sind

Circa 95% von euch schütten diese Zauberflüssigkeit achtlos in den Abguss, ohne auch nur im Traum an eine essbare Weiterverwendung zu denken: Kichererbsenwasser!

Ja, damit meine ich das Wasser, in dem Kichererbsen in der Dose eingelegt sind. Abgedrehte Foodblogger und vegane Ernährungs-Pros haben dieser trüben Flüssigkeit sogar einen Namen gegeben: Aquafaba.

Aquafaba

Das Einlegwasser für Dosenkichererbsen kann wie Eiweiß zu einer festen Schaummasse aufgeschlagen werden und man erhält veganen Eischnee, mit dem man nun allerhand anstellen kann. Insbesondere in der veganen Bäckerei: Macarons, Baisers oder Meringues. Was darf’s sein?

Mein Lieblingsrezept mit “Aquafaba” ist jedoch Mousse au Chocolate. Es ist herrlich einfach und nachdem du es probiert hast, möchtest du nie nie nie wieder dieses pulvrige Etwas zum Anrühren aus dem Supermarkt holen. Fluffig, luftig, schokoladig. Wie es sein soll.

 

Auf der kurzen Zutatenlisten stehen (ca. 3 – 4 Portionen)

  • Kichererbsenwasser aus einer Dose/Glas, ungesalzen
  • 1 Tafel Schokolade, zartbitter
  • ½ TL Backpulver oder Guakernmehl

Die Zubereitung ist mindestens genauso überschaulich und unglaublich einfach:

  1. Schmilz die Schokolade im Wasserbad und lass sie danach etwas abkühlen.
  2. Siebe das Kichererbsenwasser einmal durch, damit garantiert keine Kichererbsenreste mehr drin sind. Teile dann das Aquafaba am besten auf zwei Schüsseln auf und füge das Backpulver/Guakernmehl hinzu. Durch das Aufteilen auf zwei Gefäße fällt das Steifschlagen leichter. Mit einem Handrührgerät kann

    85% Schoki für vegane Mousse au Chocolates ca. 3-5 Minuten dauern, bis das Kichererbsenwasser schön schaumig ist. Pass dabei auf, dass dein Handrührgerät nicht zu heiß wird. Manche Modelle sind leider nur für eine unglaublich kurze Nutzzeit konzipiert.

  3. Nun hebst du die lauwarme Schokolade GANZ vorsichtig unter den Kichererbsenschaum. Benutze statt dem Handrührgerät einen Schaber, damit du deinen schönen Schaum nicht wieder kaputt machst.
  4. Portioniere danach die Mousse au Chocolate und stelle alles über Nacht (oder min. 4 h in den Kühlschrank).

Tipp: Magst du es extra schokoladig, kannst du auch noch etwas Backkakao + Zucker unter die Schokolade mischen.

Vegane Mousse au Chocolate mit Aquafaba
Schön fluffig. Mhhhhhm!

Hört sich etwas verrückt an, mit Kichererbsenwasser etwas Süßes zu zaubern, aber es lohnt sich. Versprochen!

Noch ein Hinweis: Verwende lieber Kichererbsen aus dem Glas, statt der Dose. Grund hierfür ist der in Dosengemüse nachgewiesene BPA Anteil.

Ansonsten wünsche ich dir unglaublich viel Spaß beim Austesten und mich würde es interessieren, was du von “Aquafaba” hälst. Schwebst du mit mir auf der veganen Schaumwolke Nr. 7? Hast du vielleicht noch mehr einfache Rezepte? Dann ab damit in die Kommentare.

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